SYSTEMISCH ERWEITERTE PSYCHOMOTORIKTHERAPIE IM KONTEXT FAMILIE


EIN VERTIEFENDER LEHRGANG  -  15 TAGE



Kinder in der Psychomotoriktherapie sind ein Teil des Systems Familie. Ihre Besonderheiten und Auffälligkeiten haben eine Wirkung auf das System und umgekehrt. Über gemeinsame Bewegung werden in der Psychomotorik Begegnungen geschaffen und Beziehungen vertieft. Als niederschwelliges Angebot im Schulbereich erreicht diese Therapie die unterschiedlichsten Familien, unabhängig von Bildung, Herkunft und Kultur. Dies kann neue Perspektiven schaffen für das Kind, die Eltern und die Schule.

 

Dieser gut einjährige Lehrgang von KINDER STARK MACHEN soll dazu befähigen, auch die Eltern auf psychomotorische Weise, über die Bewegung und das Spiel, in die Therapie einzubinden. Der Lehrgang vermittelt Kenntnisse, um schwierige Situationen zu analysieren, mit dem Ziel, das Gelingende innerhalb der Familie zu stärken. Funktionierende Interaktionen stabilisieren das Familiensystem.

 

Die Teilnehmenden lernen theoretische und methodische Aspekte der systemischen Arbeit kennen. Sie können die persönliche Beratungsfähigkeit in diesem wichtigen Bereich ausbauen und die Selbstreflexion vertiefen. Inhaltliche Schwerpunkte sind: Psychomotorische Körperarbeit mit Familien (Spielmultilog, Reflexion, der/die Psychomotoriktherapeut/-in als Werkzeug), psychodynamische Aspekte, Bindungsmuster und Bewusstseins-Modell, Einführung in die systemische Gesprächsführung, kunstorientierte Biografie-Arbeit, Beratung und Gesprächskompetenzen, Kindesschutz und psychisch kranke Eltern, Strukturaufstellungen in Problemsituationen.

 

Der Lehrgang bietet Theorie und Praxistransfer, Selbsterfahrung und Supervision. Er dauert insgesamt 15 Tage und findet am Schlossweg 3 in Luzern statt. Für die Durchführung braucht es mindestens 9, maximal 13 Teilnehmende. Die Daten werden festgelegt, sobald sich genügend Interessentinnen gemeldet haben.


MODULE

Im Kontakt mit der eigenen Lebensgeschichte

mit Brigitta Renggli

Wir erkunden unsere Lebensgeschichten mit dem Lebenspanorama, das wir mit kreativen Medien gestalten. Die Technik des Lebenspanoramas bietet die Möglichkeit, Ereignisse, Zusammenhänge und die gegenseitige Beeinflussung in der Entwicklung einer Biografie sichtbar, erfassbar und verstehbar zu machen.

 

Strukturaufstellungen in Problemsituationen

mit Christine Kellermüller

Systemische Aufstellungsformen eignen sich, um das Geschehen innerhalb von Familien oder in komplexen Situationen sichtbar zu machen. Wir arbeiten mit Figuren, Symbolen und unseren Körpern (Skulpturen, Aufstellungen im Raum). Eigene Fallbeispiele können eingebracht werden. Durch die Aufstellung im Raum werden Konstellationen und Dynamiken in den Systemen deutlicher erfahrbar.

 

Im Dialog mit eigenen Persönlichkeitsanteilen

mit Dr. med. Dominik Schönborn

Wir erkunden Zusammenspiel und Balance innerer "Anteile". Dabei begegnen wir sowohl Power-Seiten als auch verletzbaren, und wir üben den „Tanz mit kritischen inneren Stimmen“.

 

"Wie sag ich's..." dem Kind, den Eltern?

mit Sylvia Hochstrasser Zurfluh

Die Gesprächsführung bei heiklen, belastenden, konflikthaften Themen stellt immer wieder eine Herausforderung an die Therapeutin dar. Aufbauend auf die systemische Gesprächsführung und den Dialog mit den eigenen Persönlichkeitsanteilen sowie ergänzt durch Ansätze der Mentalisierungsförderung legen wir den Fokus auf die praktische Anwendung. Dies anhand von Fallvignetten der Teilnehmenden.

 

Psychomotorische Körperarbeit mit Familien

mit Dr. Joseph Richter-Mackenstein

Dieses Modul vermittelt unterschiedliche Methoden des Spiels. Dabei wird der Spielmultilog praktiziert (freies symbolisches Spiel für alle Beteiligten). Die Psychomotoriktherapeutin oder der Psychomotoriktherapeut hat die Gelegenheit, sich in seiner Rolle als therapeutisches Werkzeug zu stärken. Dabei geht es um Selbsterfahrung und Selbstreflexion. Auch Supervision in der Gruppe ist möglich.

 

Prozessorientierter Kindesschutz und sichere Orte

mit Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Wie kann interdisziplinäre Zusammenarbeit gestaltet werden, damit für betroffene Kinder Schutz und Sicherheit gewährleistet ist? Welche Haltungen und Vorgehensweisen fördern die Kommunikation und Beziehung mit belasteten Familien? Wie gehen wir mit einer möglichen Gefährdung um? Wie arbeiten wir traumasensibel? Welche Ansätze und Vorgehensweisen der Traumapädagogik können in der Arbeit mit traumatisierten Familiensystemen hilfreich sein?

 

Supervisionstag und Schlussveranstaltung

mit Christine Kellermüller am Freitag und Brigitta Renggli am Samstag

 

Theresia Buchmann von KINDER STARK MACHEN ist an sämtlichen Kurstagen als Co-Leitung präsent.


DOZENTINNEN UND DOZENTEN

Dr. phil. Maria Teresa Diez Grieser

Fachpsychologin für Psychotherapie FSP, Psychoanalytikerin, Supervisorin, in den 90er-Jahren Leiterin der Kindesschutzgruppe der Kinder- und Jugendklinik des Stadtspitals Triemli in Zürich und Mitglied der Kant. Kindesschutzkommission, langjährige Mitarbeiterin am Marie Meierhofer Institut für das Kind, seit 2016 Forschungsleiterin Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienste des Kantons St. Gallen.

 

Sylvia Hochstrasser Zurfluh

Psychologin und Psychotherapeutin ASP, seit 1996 in eigener Praxis für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Luzern. Begründerin, Institutsleitungsmitglied, Dozentin und Supervisorin am Institut für Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie (KJF) in Luzern. Supervisorin an psychosozialen Institutionen.

 

Christine Kellermüller

Ursprünglich Psychomotoriktherapeutin, seit 2006 beraterisch tätig in eigener Praxis in Winterthur. Sie arbeitet mit Eltern und Familien mit dem systemischen Ansatz und mit Fachkräften als kunstorientierte Supervisorin BSO, seit 2010 lizenzierte Marte-Meo-Ausbildnerin. Christine Kellermüller leitet seit mehreren Jahren Kurse am IEF (Institut für Entwicklung und Fortbildung) in Zürich.

 

Brigitta Renggli

Töpferin, Komplementärtherapeutin mit eidgenössischem Diplom in den Methoden Shiatsu und F.M. Alexandertechnik, Kunsttherapieausbildung Fritz Perls Institut, Contactimprovisation, seit 2012 Entwicklung von Danced Body Work. Tätigkeit in eigener Praxis, Workshops und Lehrgängen (Shiatsu, Psychomotorik).

Dr. Joseph Richter-Mackenstein

Mototherapeut, Diplom-Psychologe und systemischer Therapeut, Supervisor und Lehrbeauftragter an verschiedenen Hochschulen, Buchautor von „spielend gelöst - Systemisch-psychomotorische Familienberatung: Theorie und Praxis“.

 

Dr. med. Dominik Schönborn

Facharzt FMH für Psychiatrie und Psychotherapie, führt seit 1989 eine eigene Praxis in Luzern. Er ist Begründer und Co-Leiter von egostates.ch, einem Fortbildungsinstitut für Psychotherapie mit Persönlichkeitsanteilen (Ego States). Tätigkeit auch als Dozent, unter anderem in Nachdiplomstudiengängen der Universität Zürich. Seit vielen Jahren arbeitet er im Bereich Weiterbildung mit dem KJF in Luzern zusammen (Institut für Kinder-, Jugendlichen- und Familientherapie). Zudem ist er Vize-Präsident des Spitalrats der Luzerner Psychiatrie.

 

Theresia Buchmann

Arbeitet im Kanton Obwalden als Psychomotoriktherapeutin EDK und Systemische Beraterin. Sie hat am ZAK in Basel das Nachdiplom „Spezialisierung für Erziehungsprobleme“ erlangt. Aktiv ist sie auch als Referentin und Kursleiterin, u.a. an der PH in Luzern. Zudem Herausgeberin des Buches „Psychomotorik-Therapie und individuelle Entwicklung“ (SZH Edition) und Initiantin von KINDER STARK MACHEN.



KOSTEN

Die Kosten betragen CHF 3900. Wir empfehlen, den Arbeitgeber, Schulleitungen und Stiftungen für eine Kostenbeteiligung anzufragen. Der Lehrgang bietet einen hohen Anteil an Umsetzungsmöglichkeiten im beruflichen Kontext.


INFORMATION UND ANMELDUNG

Interesse geweckt? Fragen aufgetaucht?

Dann melden Sie sich bitte via kontakt@kinderstarkmachen.ch

oder telefonisch bei Theresia Buchmann: 079 775 69 08


Illustration Gabi Kopp